In fast jeder Schublade liegt ein iPad, für das es keine Updates mehr gibt. Mit VistaBoard wird daraus eine Wandanzeige für Familientermine, Wetter und die eigene Photovoltaik — ohne App, ohne Abo für das Tablet, ohne Cloud.
Ein iPad 2 von 2011 oder ein iPad mini der ersten Generation ist technisch nicht kaputt. Der Bildschirm ist gut, der Akku hält am Netzteil ewig, und das Gerät startet in Sekunden. Nur: Apple hat den Support 2016 beendet, es bleibt bei iOS 9, und moderne Apps oder Webseiten laufen darauf nicht mehr. Die meisten dieser Geräte liegen deshalb in einer Schublade — zu schade zum Wegwerfen, zu alt zum Benutzen.
Genau für diesen Fall gibt es in VistaBoard seit Version 2.8.52 den Bild-Modus. Das Tablet zeigt darin keine App, sondern ein Bild der laufenden Anzeige, das sich alle paar Sekunden selbst erneuert. Der Grund ist ehrlich gesagt eine Einschränkung: Die normale Oberfläche von VistaBoard braucht einen Browser ab etwa Safari 14. Ein iPad mit iOS 9 kann sie nicht darstellen — ein Bild dagegen kann jeder Browser der Welt anzeigen.
Der Aufbau ist deshalb anders als bei Lösungen, die alles auf das Tablet packen: Die Zentrale bleibt ein Raspberry Pi oder ein Mini-PC im Heimnetz. Dort laufen der Kalenderabgleich, die Wetterabfrage und die Verbindung zur Photovoltaik-Anlage. Das Tablet ist die Anzeige. Das hat einen praktischen Nebeneffekt: Selbst wenn das iPad irgendwann ausfällt, bleiben alle Einstellungen und Daten unberührt — sie liegen auf dem Board.
Die Einrichtung dauert wenige Minuten. Im Safari des iPads öffnest du die Adresse deines Boards mit dem Zusatz /bild — also zum Beispiel http://192.168.1.50:3000/bild. Dann tippst du auf Teilen und wählst „Zum Home-Bildschirm". Ab jetzt startet die Anzeige ohne Browserleisten im Vollbild. Zwei Einstellungen am iPad gehören noch dazu: unter Anzeige & Helligkeit die automatische Sperre auf „Nie" stellen, und das Gerät am Ladekabel lassen.
Damit das Bild den Bildschirm ohne schwarze Balken füllt, misst die Seite die Bildschirmfläche des Tablets selbst und fordert vom Board ein passend zugeschnittenes Bild an. Ein iPad hat 4:3, ein üblicher Monitor 16:9 — ohne diesen Zuschnitt bliebe oben und unten ein Rand. Dreht man das Tablet, wird automatisch ein Bild im neuen Format geholt. In den Einstellungen des Boards wählst du dazu unter Layouts das passende Anzeige-Format: ganzer Bildschirm, Tablet quer oder Tablet hochkant.
Was auf dem Tablet zu sehen ist, entscheidest du. Acht Vorlagen stehen bereit: eine ruhige Tafel mit Terminliste, Wetter und Energie-Kacheln; eine reine PV-Ansicht mit Autarkiegrad, Erzeugung, Akkustand und Tagesverlauf; ein Fotomodus, der eigene Bilder gross zeigt; dazu Standard, Pastell, Querformat und weitere. Das Layout wechselst du direkt am Tablet — ein Fingertipp auf den Bildschirm blendet eine Leiste ein, ein zweiter schaltet um. Ein zweites Gerät brauchst du dafür nicht.
Für die erste Einrichtung — Kalender-Adressen, Wetterort, Zugang zur PV-Anlage — nimmst du allerdings ein anderes Gerät: Handy, Laptop oder ein neueres Tablet im selben WLAN. Die Einstellungsoberfläche ist zu modern für iOS 9. Das ist kein Umweg, sondern die übliche Aufteilung: einrichten am Rechner, anzeigen am Wandgerät. Danach musst du das iPad nicht mehr anfassen.
Und wenn du später auf ein anderes Gerät umziehst — vom PC auf einen Raspberry Pi oder auf ein neues Board — sicherst du unter der Adresse /umzug alle Einstellungen als eine Datei und spielst sie auf dem neuen Gerät wieder ein. Kalender, Wetterort, PV-Zugang und Layout sind sofort wieder da.
Fazit: Ein altes iPad ist kein Elektroschrott, sondern ein fertiger Bildschirm mit Netzteil und Wandhalterung-Option. Als zweite Anzeige im Flur, in der Küche oder im Büro zeigt es dieselben Daten wie das grosse Board — Termine, Wetter, den Ertrag der eigenen Anlage. Das ist nachhaltiger, als ein neues Display zu kaufen, und kostet nichts extra: Die Lizenz gilt pro Board, nicht pro Anzeige.